Jerusalem wartet auf den Fürst des Friedens

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Author: Thomas Cosmades

Unsere Welt ist voll von nicht enden wollenden Konflikten, die von den klügsten Führern nicht gelöst werden können. Die entsetzlichen Gewaltakte, die die Welt schockierten und den Hinterbliebenen des amerikanischen Volkes großen Schmerz zufügten, haben ihre Ursache in den Ereignissen im Mittleren Osten. Man muss sich auch vor Augen halten, dass die Anwesenheit Israels immer einen Störfaktor für das Bewusstsein der Muslime darstellt. Seit seiner Staatsgründung im Jahre 1948 befindet sich Israel in einem anhaltenden Kriegszustand.

Die entscheidende Hürde in diesem Dilemma ist Jerusalem. Das stellt eine brennende religiöse Frage dar. Muslime in der ganzen Welt bestehen unerbittlich darauf, dass Jerusalem von Allah für sie bestimmt ist. Diese Behauptung ist zu einer festen Absicht für eine Rasse von mehr als einer Milliarde Mitglieder geworden. Es ist nur natürlich, dass die Bestrebungen der Juden dieser Haltung diametral entgegengesetzt sind. Archäologen, die mit großem Eifer wertvolle Informationen bezüglich der Vergangenheit dieses Ortes ausgraben wollen, werden an diesem Vorhaben gehindert.

Der historische biblische Berg, der ständig bewohnt war, stellte das glänzende Stück Land während der Zeit des Alten Testaments dar. Die Stadt wurde von König David eingenommen und zur Hauptstadt des jungen Königreichs gemacht. Sein Sohn Salomon baute den berühmten Tempel auf der Spitze dieses beherrschenden Berges. Die Bezeichnung Jerusalem kommt im hebräischen AT 635 mal vor. Ein anderer Name für denselben Ort ist Zion (der Berg). Dieses Wort taucht 161 mal im AT auf.

Nebukadnezars Hauptmann Nebusaradan brannte das Haus JAHWEHs im Jahre 586 v. Chr. nieder (vgl. 2. Könige 25,8; 2. Chronik 36,19). Jeremia (ca. 621 – 580 v. Chr.), der weinende Prophet, drückte seinen heftigen Schmerz über die Stadt und den zerstörten Tempel aus. Er gibt dem tiefen Schmerz seines Volkes in seinen Klageliedern Ausdruck: “Jerusalem hat sich versündigt; darum muss sie sein wie eine unreine Frau. Alle, die sie ehrten, verschmähen sie jetzt, weil sie ihre Blöße sehen; sie aber seufzt und hat sich abgewendet. Der Feind hat seine Hand gelegt an alle ihre Kleinode. Ja, sie musste zusehen, dass die Heiden in ihr Heiligtum gingen, während du geboten hast, sie sollten nicht in deine Gemeinde kommen. Alles Volk seufzt und geht nach Brot, es gibt seine Kleinode um Speise, um sein Leben zu erhalten. ‘Ach HERR, sieh doch und schau, wie verachtet ich bin!’ Euch allen, die ihr vorübergeht, sage ich: Schaut doch und seht, ob irgendein Schmerz ist wie mein Schmerz, der mich getroffen hat; denn der HERR hat Jammer über mich gebracht am Tage seines grimmigen Zorns” (Klagel. 1:8,10-12).

Bei der Rückkehr aus der Verbannung wurden die Stadt und der Tempel unter der bemerkenswerten Führung von Esra und Nehemia wieder aufgebaut. Später wurde er von Antiochus Epiphanes IV (175 – 163 v. Chr.) verunreinigt (168 v. Chr.), der ein Schwein auf dem Altar opferte, die Beschneidung der Juden verbot usw. Die Makkabäer weihten ihn wieder ein (165 v. Chr.). Danach übernahmen die Römer die Herrschaft und Herodes veranlasste in taktvoller Weise die Verschönerung des Tempels. Dies ist der Tempel, der zur Zeit des Neuen Testamentes erwähnt wird. Nachdem er vollendet war, wurde er wiederum von dem römischen General Titus im Jahre 70 n. Chr. völlig zerstört. Die römischen Besatzer waren so dreist, dass sie Jerusalem in Colonia Aelia Capitolina umbenannten und einen Tempel zu Ehren der Göttin Venus errichteten. Die Byzantiner, in deren Oberhoheit Jerusalem schließlich überging, bauten eine Kirche ganz in der Nähe des alten Tempels, die sie Naos tis Anastasis nannten, d.h. Auferstehungskirche.

Dann kam der Islam, ein völlig neues Phänomen in der qualvollen Geschichte der Menschheit (622, I Anno Hegirae). Ihr Prophet starb 632, nachdem er die völlige Kontrolle über die gesamte arabische Halbinsel errichtet hatte. Abu-Bakr war ihr erster Kalif (Nachfolger), Omar war der zweite. Omar eroberte Jerusalem und natürlich die Tempelstätte im Jahre 638 n. Chr., die zu jener Zeit ein Haufen Schutt war (vgl. Micha 3,12). Die Muslime bringen den Tempelberg mit Kubbat-al-Shakhra (Schrein) in Verbin-dung. Sie bauten nichts auf diesem Ort bis zum fünften Umaiyad Kalifen Abd-al-Malik (685 – 705), dessen Ziel darin bestand, eine heilige Stätte für den Islam in nächster Nähe zu Damaskus zu errichten, dem Sitz des Umaiyad. Diese verstanden sich nicht besonders gut mit den Muslimen von Mekka. Die Moschee wurde als Masdjid al-Aksha bekannt.

Der Islam hat die Stätte mit vielen Legenden bedacht, die aller Ursprünglichkeit entbehren. Einige dieser ausgedachten Mutmaßungen zeigen die Fähigkeit des Islam, die Vorstellung von gewöhnlichen Realitäten zu spekulativen Erfindungen auszudehnen. Wie die Römer machten sie Jerusalem namenlos, indem sie es in Al-Kuds umbenannten. Dieser Name wird bis in unsere Zeit gebraucht. Hier einige ihrer Behauptungen: Adam ist hier begraben. Die Arche Noah ruhte auf diesem Hügel. Alle Süßwasserströme der Erde entspringen unterhalb dieser Stadt. Die Seelen der Verstorbenen versammeln sich hier jede Woche zweimal. Weitere Legenden, die zu para-religiösen Glaubensvorstellungen beitragen, werden von vielen Anhängern beharrlich aufrechterhalten.

Viele Schlachten wurden hier gekämpft. Mauern wurden errichtet und niedergerissen. Zahlreiche Tore dienten der Stadt. Das Osttor ist ständig zugemauert, um beim Erscheinen des Messias geöffnet zu werden! Berühmte Geschichten bleiben im Umlauf. Doch zurück zur wahren Geschichte: Die Kreuzritter eroberten Jerusalem am 14. Juli 1099 und verwüsteten es – ein schwerer Schlag für die islamische Herrschaft. Sie verwandelten Kubbat-al-Shakhra in eine wunderbare Kirche, den TEMPLUM DOMINI. Balduin I wurde am 11. November 1100 als König von Jerusalem eingesetzt. Saladdin Eyyubi, ein wilder Kurde, nahm Jerusalem (1187) wieder ein und zerstörte alle Spuren der Kirche. Die Kreuzritter kamen für eine gewisse Zeit (1229 – 1244) wieder in den Besitz der Stadt. So ging es immer weiter, und Jerusalem wechselte den Besatzer bis der Britische Marschall Edmund Henry Allenby sie von den dekadenten Ottomanen einnahm (1917), die die Stadt im Jahre 1517 erobert hatten. Die islamische Oberherrschaft hatte schließlich ein Ende. Man sagt, dass Allenby sich weigerte, die Stadt auf einem Pferd sitzend zu betreten, indem er bemerkte: „Mein Herr zog hier auf einem Esel ein. Ich kann nichts Geringeres tun, als nur zu Fuß hineinzugehen.“

Die israelische Armee, die sich gerade formiert hatte, nahm den neuen Teil der Stadt im Jahre 1948 ein und überließ die Altstadt der jordanischen Herrschaft. Während des Sechs-Tage-Krieges (1967) eroberte die israelische Armee die Altstadt, worauf die Regierung die Stadt unmissverständlich zur ewigen Hauptstadt Israels erklärte. Wir haben das einundzwanzigste Jahrhundert betreten und sind Zeugen der Anwendung von universellem Druck auf Israel, Jerusalem den Muslimen abzutreten, die sagen: „Sie ist Allahs Geschenk an uns!“ Warum und wieso?

Im Gegensatz zu den Hunderten von Hinweisen auf Jerusalem im Alten Testament erwähnt der Koran die Stadt nirgendwo mit Namen. Es gibt einen einzigen Vers in Sura XVII, v.1, Die nächtliche Reise, die besagt: “Preis dem, der seinen Knecht des Nachts von dem heiligen Gebetsplatz zu dem weitentfernten Gebetsplatz reisen ließ, dessen Umgebung wir gesegnet haben, um ihm unsere Zeichen zu zeigen. Siehe, er ist der Hörende, der Schauende.” Masdjid al-Aksha, d.h. das entfernteste Heiligtum. Der weit entfernte Tempel bezieht sich sicherlich auf den von Jerusalem, der damals völlig ruiniert war. Die neue Religion, die bemüht ist, für sich selbst eine Legitimation in der alttestamentlichen Stadt herbeizuführen, stellte eine weitgefasste Vermutung um diesen einzigen Vers auf. Die Überlieferung besagt, dass in einer gewissen Nacht der Engel Gabriel zu Mohammed ein beflügeltes weißes Pferd mit dem Namen Burak brachte, das Mohammed von Mekka bis zu der Stätte des jüdischen Tempels oder zu einem Gebetsort im Himmel trug. Bis zum heutigen Tag nennen einige Muslime ihre Söhne Burak!

Unterwegs traf Mohammed Abraham, Mose und Jesus! Er leitete sie im Salat (Gebet). Die außerkoranischen Legenden erstrecken sich zu einer weiten Reihe von eingebildeten Fan-tasieprodukten: Von der Tempelstätte bestieg Mohammed Burak und wurde von Gabriel geführt; er wurde in den siebten Himmel getragen, wo er Allah auf seinem Thron traf. Zu diesem Zeitpunkt gab ihm Allah den Koran. Eine weitere weit hergeholte Überlieferung besagt, dass Abraham auf Burak ritt und Ismael besuchte, der von Mekka verbannt worden war. Die meisten islamischen Ausleger, die versuchen, Mohammed von solch spekulativer Verlegenheit zu retten, behaupten, dass ihr Prophet das in einem Traum sah. Aber andere behaupten weiterhin, dass nur ein leibliches Wesen eine physische Person tragen könne. Übrigens geschah dieses Ereignis im neunten Monat (Ramadan) und wurde somit zu dem Monat bestimmt, in dem alle Muslime verpflichtet sind zu fasten. Die Legende, die sich auf die Himmelfahrt (ursprünglich ‘Leiter‘ genannt) bezieht, ist bekannt als Miradj. Solche unberechtigten Anmaßungen bezüglich Jerusalem machen die Stadt zu der ihren. Al-Kuds ist die drittheiligste Stätte des Islam und sollte deshalb nicht bestritten werden.

Außerdem basiert die heutige islamische Hartnäckigkeit auf der Ansicht, dass die Israeliten das Land als Eindringlinge eroberten und es von den ursprünglichen Bewohnern weggenommen hatten, den Vorläufern der heutigen Palästinenser. Der fortdauernde Streit um den Besitzanspruch auf Jerusalem stammt von diesen historischen Tatsachen wie auch von zahlreichen Legenden. Unterdessen singen die Juden: “Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.” (Psalm 137,5, vgl. V. 6). Der verworfene Messias beweinte die Zukunft der Stadt (vgl. Mt. 23,37+38; Lk. 13,34+35), weil sie seine Güte und sein Heil ablehnte. Er machte neben seiner mitleidenden Klage einige ermutigende Äußerungen. Was die meisten Menschen nicht wissen: Es wird noch ein triumphaler Tag kommen, an dem sowohl die Juden als auch die Moslems den Christus in seiner rechtmäßigen Hauptstadt anerkennen werden (vgl. Sacharja 12, 10+11). “Wünschet Jerusalem Glück!” (Psalm 122,6; 102,12-17).

Jerusalem von der Genesis bis zur Offenbarung

Salem (1. Mo 14, 18)

Stadt Gottes (Psalm 46, 5; 87, 3)

Davids Stadt (2. Samuel 5,7; Jesaja 22,9)

Stadt des großen Königs (Psalm 48,3)

Zion (1. Könige 8,1)

Heilige Stadt (Nehemia 11,1; Jesaja 1,26; 48,2; 52,1; Joel 3,17; Matthäus 4,5)

Des HERRN Thron (Jeremia 3,17)

Die allerschönste Stadt, an der sich alles Land freut (Klagelieder 2,15)

Der HERR, der in ihrer Mitte wohnt: “So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein heiliger Berg” (Sacharja 8,3).

Die Stadt, über die Jesus klagte: “Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus soll euch wüst gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: ‘Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!’“ (Matthäus 23,37-39).

Zertreten von den Heiden: “…und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.” (Lukas 21,24b).

Die geliebte Stadt (Offenbarung 20,9)

Das Neue Jerusalem: “Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall” (Offenbarung 21,10+11).

 

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